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Das Phänomen Taschencornet ist baulich ein extrem gedrungenes Instrument, dessen Rohrlänge aber einem „normal“ gebauten Cornet entspricht.
Obwohl es zahlreiche Konstruktionsvarianten für den Rohrverlauf gab, vermitteln diese Instrumente stets das gleiche Erscheinungsbild.
Dem gegenüber stand und steht eine bunte Welt an Bezeichnungen, die beginnend bei Miniatur-Kornett über Taschen-Piston bis Taschen-Trompete reicht(e).
Folgt man den Beschreibungen in den alten Händler- und Herstellerkatalogen, so ist erkennbar, dass diese

Cornets sich vorzugsweise auf zwei Einsatzzwecke bzw. Kundenkreise konzentrierten.
Zum einen war so wörtlich der „Schüler und Dilettant“ angesprochen, welcher auf Ausflügen ein Ständchen geben konnte oder
es war der Künstler gemeint, um im Salon einer Gesellschaft mit einem Solo zu beeindrucken.
Dementsprechend waren auch die Preise und die damit verbundenen Qualitäten unterschiedlich ausgewiesen. Das sonst übliche mittlere Preissegment fehlte hier oft.
Die Signatur beinhaltet die für Thibouville-Lamy übliche Lyra mit Strahlenkranz und die Initialen J.T-L.
Darunter steht „1re Qté“, was die Premium-Qualität ausweist.
Danach folgt die stilistische Darstellung von 7 sich überlappende Preismedialen, die nur stellvertretend für die zahlreichen Auszeichnungen auf Ausstellungen seit 1839 stehen.
Unter den Preismedialen steht die Inschrift „JÉRÔME / THIBOUVILLE-LY / PARIS / 92“.

Ob die 92 für das Baujahr 1892 steht, ist eher unwahrscheinlich.

Die Ventilkennzeichnung ist 57 / 56 / 55. Das mittlere Ventil trägt im oberen Bereich noch die Kennung U.S., was auf den von Anbeginn geplanten Export nach Amerika deutet.




Im deutschsprachigen Raum wurden die Taschencornets mit Dreh- oder Périnetventilen angeboten. Anhand der erhaltenen Instrumente kamen in Deutschland die Mehrzahl der Instrumente auf „Ausflügen" zum Einsatz.
In Frankreich, England und Amerika hingegen wurden die ausschließlich mit Périnetventilen ausgestatteten Taschencornets oft versilbert und teilweise vergoldet.
Manchmal unterstrichen auch dekorative Gravuren den gewollten Einsatz im Künstlerkreis.


Das hier gezeigte französische Taschencornet ist in B gestimmt. Mit einem längeren Aufsteckstift konnte in A umgestimmt werden.
Zudem sind noch der originale Notenhalter und der Holzkoffer vorhanden.
Gebaut wurde es um 1910. Bemerkenswert ist der vordere Teil des Schallstückes, der in der Fertigung mittels Presse tiefgezogen wurde und danach mit einer stumpfen Lötnaht an das sich weiter verjüngenden Teil "angedockt" wurde.


Ein seltener und zugleich glücklicher Umstand sind zwei auf der Folgeseite erhaltene Fotografien, die den Besitzer des hier vorgestellten Taschencornets im Kreise seiner Familie zeigen.
Aufgenommen wohl um 1920/1930 in seinem Haus in Kirkwood (335 Couch Ave), unweit von St. Louis.




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